Gleich gegenüber dem Augustus Mausoleum an der Via del Corso habe ich bei meinem ersten Rom-Aufenthalt gewohnt. In einer kleinen Trattoria im Schatten des Grabmals nahm ich meine erste römische Mahlzeit und das Mausoleum war das erste Monument der römischen Antike, das ich mir näher angesehen habe. Nebenan, zum Tiber hin, fand ich dann den berühmten Friedensaltar, die Ara Pacis, den der Senat dem Nachfolger Cäsars errichten ließ. Diesem Friedensaltar widmet der Verlag Philipp von Zabern in seiner neuen Reihe ,,Kulturführer zur Geschichte und Archäologie“ den Band ,,Ara Pacis – Ein Staatsmonument des Augustus auf dem Marsfeld“. Archäologe und Autor Alexander Mlasowsky stellt dieses 12 mal 11 große Monument in allen Details vor und fasst auch die bisherigen Deutungsversuche zusammen.
Der Friedensaltar war Teil der riesigen Sonnenuhr des ersten Kaisers des Imperiums. Er stand am östlichen Ende jener gigantischen Uhr, deren Zifferblatt sich in Form ausgebreiteter Schmetterlingsflügel auf einer Platzanlage erstreckte. Als Zeiger diente ein riesiger Obelisk des ägyptischen Pharaos Psammetich II. (6 Jh. v. Chr.), den Rombesucher einige Meter von seinem einstigen Aufstellungsort entfernt auf der Piazza di Montecitorio finden. Am 23. September, dem Geburtstag des Augustus, ragte der Schatten genau in die Ara Pacis hinein.
Augustus erwähnt den Friedensaltar in seinem Tatenbericht, den er kurz vor seinem Tod verfasste: ,,Als ich aus Spanien und Gallien nach Rom zurückkehrte, beschloss der Senat, mir zum Dank einen Altar zu weihen . . .“ Ovid, der große bis in unsere Zeit hineinwirkende Dichter, besang den Tag der Einweihung des Friedensaltars und lobpries dabei den Kaiser über die Maßen: ,,Priester, spendet den Weihrauch den Flammen des Friedensaltares.“ Seine Gesänge und Lobpreisungen nützten Ovid nichts; der Kaiser verbannte ihn bis zu seinem Tod in ein kleines Kaff am Schwarzen Meer. Ovid hat es nie verwunden.
Aufschlussreich dieser Detailreiseführer. Wer Rom wieder besucht oder erst besuchen will, dem sei die Lektüre anempfohlen.
Wer sich Rom dabei auf der Zunge zergehen lassen will, dem sei nachfolgendes Rezept aus der ewigen Stadt ans Herz gelegt.
Harald Polenz
Infos:
,,Ara Pacis - Kulturführer zur Geschichte und Archäologie"
Verlag Philipp von Zabern
ISBN: 978-3-8053-4155-4
Preis: 15,90 €