 - Die neuen Reiseführer von Philipp von Zabern: Fundiert und unterhaltsam geschrieben.
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Wer schon einmal nach Rom reiste, dem wird das selbstverständliche Nebeneinander der Jahrtausende aufgefallen sein, der fast alltägliche Umgang der Römer mit ihren Monumenten. Als Goethe nach Rom kam, erfüllte er sich einen Traum und Wunsch zugleich. Darin enthalten waren nicht nur Kapitol und Forum, sondern zum ,,Programm“ gehörte auch die Reise ins Umland. Wie für Goethe war es für Bildungsreisende des 18. und 19. Jahrhundert Pflicht, auch das römische Umland zu bereisen und dort die prachtvollen Reste antiker römischer Kultur zu studieren. Der deutsche Künstler Tischbein, dessen Gast Goethe an der Via del Corso in Rom war, malte den Meister in lässig hingestreckter Pose vor der Landschaft der Campagna, im Latium.
 - Den Verlauf der Via Appia säumen die Grabmäler der Römer und ihre Prunktbauten.
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In Rom selbst deuten bereits Bauwerke auf die Bedeutung des Latiums für die Mutter aller Städte. Rom bezog aus dem Latium sein Wasser, das in kunstvollen Bauwerken, den Aquädukten, für Haushalte, private wie öffentliche Bäder und Brunnen herangeführt wurde. Reste der claudischen Wasserleitung sind noch am Fuße des Palatins zu sehen. Und genau hier, in Rom, lassen Jochen W. Mayer und Christian Winkler ihren Reiseführer ,,Umland der Stadt Rom“, erschienen bei Philipp von Zabern als einer von vieren der neuen Reihe ,,Kulturführer zur Geschichte und Archäologie“, beginnen. Sie führen uns auf den antiken Straßen, sei es der Via Flaminia oder die Straße aller Straßen, der Via Appia antica, hinaus ins Umland, das vom nimmersatten Rom zu Teilen gefressen wurde, durch die Villen der reichen Römer, ihre Grabmäler, Rennbahnen und andere Prunkbauten.
 - Reste einer römischen Wasserleitung am Fuße des Palatin in Rom. Das Wasser wurde aus dem Umland, aus den Albaner Bergen herangeführt.
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Der Beginn der Reise ins Umland über die Via Appia unweit des Colosseums ist nur zu erahnen. Gestalt nimmt sie erst vor der Porta Appia oder Porta San Sebastiano an, dem bedeutendsten Stadttor in der Aurelianischen Mauer. An der engen Straße, die genutzt wird wie jede andere, gibt es nur einen schmalen Gehweg. Bald türmen sich erste Grabmonumente an der Straße auf, denn die Römer frönten der Sitte, ihre Toten nicht in der Stadt, sondern an den Ein- und Ausfallstraßen zu bestatten. Das Autorenduo erläutert dem Leser gekonnt die Bedeutung der römischen Infrastruktur für den Fluss von Frischwaren; ebenso hatte die Via Appia strategisches Bedeutung. Auf ihr marschierten die Legionen, um von Brindisi aus per Schiff zu neuen Eroberungen aufzubrechen.
 - Fest der Pfirsiche in Castel Gandolfo vor den Toren des Papstpalastes.
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Das Grabmal der Caecilia Metella und der Circus des Maxentius, die Katakomben, die einzig und allein wegen der teuren Grundstückspreise in Rom und Umgebung unter der Erde als Begräbnisplätze angelegt wurden und eben nicht Verstecke für verfolgte Christen waren, liegen unter Tonnen von Tuff versteckt. Sie allesamt machen den Reichtum des römischen Umlandes aus. Die Via Appia führt hinaus nach Castel Gandolfo in den Albaner Bergen. Dort lag das mythische Alba Longa, die Mutterstadt Roms, wie wir sie aus den Gesängen des Vergil, der ,,Aenneis“ kennen. Alba Longa ist unter den Mauern der Sommerresidenz des Kaisers Domitian verborgen; Reste des Kaiserpalastes sind in den Gärten der päpstlichen Sommersitzes zu sehen, die Urban VIII. im 17. Jahrhundert an den Rand des Lago Albano über der Domitian-Villa errichten ließ. Bis heute fliehen die Päpste vor den stickigen Sommertagen aus Rom auf die Höhen von Castel Gandolfo.
 - Der Vulkansee in den Albaner Bergen bei Castel Gandolfo. Hier spielt der römische Gründungsmythos.
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Ich war am heiligen Ort Alba Longa, als die Bauern von Castel Gandolfo vor den Toren des Papstpalastes das Fest der Pfirsiche feierten. Stiegen voller Früchte entleerten die Jungen und Mädchen in den von Bernini gebauten Dorfbrunnen und alle Gäste durften sich dort bedienen. Das Buch ,,Umland der Stadt Rom“ weckt Erinnerungen an vergangene Aufenthalte und öffnet die Augen für neue Entdeckungen. Die Autoren schwingen eine unterhaltsame und kenntnisreiche Feder. Das Buch ist überaus empfehlenswert und auf die Reihe darf man weiter gespannt sein. In den aufwändigen Grabmälern an der Via Appia schlemmten die Römer zum Gedächtnis an ihre Toten. An der Mutter aller Straßen nahmen die Verstorbenen weiter am Leben teil. Auch heute feiern römische Familien in den Gasthäusern an der Via Appia, eines der Beispiel für den alltäglichen Umgang mit einer vieltausendjährigen Geschichte. Für Literatur- und Gaumenfreunde bieten wir noch ein typisches Rezept aus dem Latium. Harald Polenz
Info: Jochen W. Mayer, Christian Winkle: Umland der Stadt Rom Verlag Philipp von Zabern ISBN 978-3-8053-4161-5 Preis: 21,90 €
 - Mosaikrest aus einem römischen Speisezimmer.
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Ein typisches Rezept aus dem Latium. Damit kommt der Lesespaß auch auf die Zunge:
Uccelletti finti di campagna ,,Fleischvögel“ am Spieß (für 4 Personen) 500 g Rinderrouladenfleisch, 100 g roher Schinken in Scheiben, Salbeiblätter, Salz, Pfeffer, italienisches Weißbrot, 50 g durchwachsener Speck, Schmalz oder Olivenöl. Zubereitung: Das Rindfleisch in Scheiben schneiden, mit einem nassen Fleischklopfer hauchdünn klopfen und in 8 bis 10 Zentimeter lange Quadrate schneiden. Die Fleischstücke jeweils mit 1 Scheibe Schinken belegen und 1 Salbeiblatt darauf legen. Das Fleisch zusammenrollen, salzen und pfeffern. Das Weißbrot in große, den Speck in kleine Würfel schneiden. Auf kleine Holzspieße jeweils 1 Brot- Speckwürfel, 1 Roulade und 1 Salbeiblatt und nochmals je 1 Stück Speck und Brot stecken. Die Spieße mit zerlassenem Fett oder Öl bestreichen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Blech einfetten. Die Spieße darauf legen und etwa 30 Minuten im Ofen braten, dabei einmal wenden, damit sie gleichmäßig bräunen. Die Spieße auf einem vorgewärmten Teller anrichten sofort servieren.
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